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24.11.2016

Südafrikas oberste Korruptionswächterin ausgezeichnet

Thulisile Madonsela erhielt Deutschen Afrika-Preis 2016

Berlin (epd, 24.11.2016). Für ihren furchtlosen Kampf gegen Korruption ist die südafrikanische Juristin Thulisile Madonsela mit dem Deutschen Afrika-Preis 2016 ausgezeichnet worden. Der Preis wurde ihr am Mittwoch in Berlin von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) überreicht. Madonsela war sieben Jahre lang Leiterin der weltweit einzigartigen Behörde "Public Protector" in Südafrika, die Korruption und Machtmissbrauch in Regierung und Verwaltung verfolgen soll. Sie war die erste Frau in dieser Position. Die Amtszeit der 54-Jährigen lief im Oktober aus.


Thuli Mandonsela
"Als oberste Korruptionswächterin steht sie wie keine andere für die Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze", betonte die Stiftung. Madonsela habe sich auch vor schwierigen Fällen nicht gescheut. Ihr sei es zu verdanken, dass Präsident Jacob Zuma veruntreute Gelder zurückzahlen muss. Er hatte sie für den großangelegten Ausbau seiner Privatresidenz verwendet.

Auch in der Polizei deckte Madonsela Schmiergeldaffären auf, ebenso weitverzweigte Verflechtungen der mächtigen Gupta-Familie und deren Einfluss auf die südafrikanische Regierungspolitik. Madonsela gewann viel Popularität in der Bevölkerung, machte sich aber auch Feinde. Im Juni wurde die zweifache Mutter wegen Morddrohungen unter Polizeischutz gestellt. Zum Ende der Apartheid hatte Madonsela auch an Südafrikas demokratischer Verfassung von 1994 mitgewirkt.

Der undotierte Afrika-Preis wird seit 1993 an herausragende Persönlichkeiten vergeben, die sich in besonderer Weise für Demokratie, Frieden, Menschenrechte, Kunst und Kultur, soziale Marktwirtschaft und gesellschaftliche Belange einsetzen. Die Deutsche Afrika-Stiftung setzt sich seit über 35 Jahren für die Beziehungen zu dem Kontinent ein. Präsidentin ist die frühere Afrika-Beauftragte des Bundeskanzleramts und ehemalige Entwicklungsstaatssekretärin Uschi Eid (Grüne).

Südafrika als Thema des neuen Heftes von EineWelt


Das am 1.12. erscheinende Heft 4/2016 der EMW-Zeitschrift befasst sich schwerpunktmäßig mit der aktuellen Situation in Südafrika.

Dazu gibt es Analysen der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Lage des Landes, zur Position der Kirchen gegenüber der Regierung, ein Interview sowie eine Reportage über Gewalt und Selbstjustiz in den Townships.

Mehr über die Inhalte und Bestellmöglichkeit hier.